Schloss Schauenstein, Fürstenau GR, Switzerland

Eine extravagante Geschichte

Es heisst Wasser. Das Zimmer.

Ich begleite Patrick ins Schloss Schauenstein nach Fürstenau. Und dieses Zimmer, welches uns beherbergen wird, gehört eigentlich einem Regenschirm. Einem Regenschirm der Dame Barbara von Planta. Nachdem sie im Jahre 1769 Schloss Schauenstein für ihren Sohn Friedlich gekauft hatte, äusserte sie ihm gegenüber nur eine Bitte: „ Überlass dieses Zimmer meinem Regenschirm! Er hat mir mein ganzes Leben lang treu gedient.“ Seit mehr als zwei Jahrhunderten hat niemand den Schirm mehr gesehen – aber klopft er überraschend heute Nacht an, dann müssen wir ihm Platz machen.

Wegen dem Zimmer Wasser und dem Schirm sind wir aber nicht in der kleinsten Stadt der Welt, die 330 Seelen beherbergt. Besondere Momente erfordern zwar besondere Locations, aber noch wichtiger als das perfekte Ambiente sind uns kulinarische Höhepunkte. Wir essen also bei dem besten Koch der Schweiz: Andreas Caminada. Und werden von Oliver Friedrich, dem besten Sommelier 2013, auf eine Weinreise entführt.

Andreas und Oliver empfangen uns herzlich. Das Schloss vereint antikes mit modernem, ist überschaubar gross und Barbara von Planta hat schon damals gewusst: das Zimmer „Wasser“ ist etwas Besonderes.

Um 19.00 Uhr geht es mit einem Apéro auf der Terrasse los.

Bloody Mary – Kugel
Gänseleber – Holunder
Gurke – Maccaron
Forelle – Gurke
Hummerchips

Dazu trinken wir ein Glas Bündner Herrschaft 2012 Riesling und Silvaner vom Weingut Sonne, Jenins.

Eine halbe Stunde später sitzen wir an einem runden Tisch in einem holzvertäfelten Saal. Zur Einstimmung gibt es:

Yuzu – Rote Beete; Sorbet, Chip
Jakobsmuschel – Karotte
Gewürzboullion – Algencracker

Drei weitere Amuse Bouche folgen.

Der erste Gang ist gewagt: Rinderzunge. Nicht jedermanns Geschmack. Patrick findet ihn sehr gut und darf gerne meine Portion essen.

Die folgende Makrele – gebraten, mariniert, Tartar – ist schon eher mein Gusto. Vor allem die eingelegten Kohlrabi-Röllchen mit Wasabi, Mayonnaise, Merringue und Radieschen finde ich eine gelungene Kombination.

Das weitere Menü von Andreas:

Gänseleber; geraspelt
Crème brûlée, roh mariniert
Mais; Eis, Gazpacho
Ziegenfrischkäse

Langustine; poeliert, Tartar
Gänseleber; gebraten, roh mariniert
Pfifferlinge; mariniert, sautiert, Crème

Kabeljau; leicht gegart
Lauch; geschmort, Crème
Kohle; Staub
Estragon

Der Hauptgang: Holzen Rindsentrecôte; gebraten
Zwiebel; geröstet
Harissa

Abschluss Käse.

 

Wir haben uns insgesamt für 5 Gänge entschieden (ohne Dessert) und wählten zwei weitere Surprise-Gänge. Der Preis dafür: CHF 235 plus 65, pro Person.

Getrunken haben wir dazu eine Empfehlung von Oliver. Und es wurde bestätigt: er ist nicht umsonst Sommelier 2013 geworden. Ich sage nur: „Prost & Chapeau!“

Ziereisen; Jaspis, 2008 Syrah
Artadi; Pagos Viejos, 2011 Rioja

 

Kaffee und viele kleine feine Desserts wurden uns auf Wunsch in der Smoker’s Lounge im ersten Stock serviert. Der Raum ist gemütlich und lädt zum Verweilen nach einem grandiosen Dinner ein. Etwas hat uns aber besonders gefreut: wir wurden höflich gefragt, ob bei uns in der Lounge „noch ein Platz frei wäre und er uns nicht störe?“. Ja der Andreas ist nicht nur ein super Koch, sondern ein sehr sympathischer Mensch, der unseren besonderen Moment zu etwas extravaganten gemacht hat.

Der Abend mit ihm verging wie im Flug, wir sind todmüde ins Bett gefallen und wahrscheinlich haben wir deshalb auch das Klopfen des Regenschirms überhört.

 

Merci Andreas, Merci Oliver und Merci dem ganzen Schauenstein-Team für dieses Wochenende.

 

Unsere Top 5

Ambiente Schloss Schauenstein.
Service der ganzen Crew.
Hauptgang von Andreas.
Empfang und Ausklang, Unterhaltungen mit Andreas und Oliver.
Weinempfehlungen von Oliver.

 

Unsere Anmerkungen

Zu viel Gänseleber bei 7 Gängen. Und die Crème brûlée war viel zu salzig.
Brot beim Dinner. Weissbrot mit „normaler“ Butter ist zu wenig extravagant.
Die Grissini und Chips waren zu „gummig“.
Das Frühstück: tolle Location, aufmerksamer Service, aber für den Preis zu wenig Auswahl.
Nicht wichtig, aber nice-to-have: Frauen (und auch Männer) lieben Handcreme auf dem WC.

Besonderes Plus
Der Service ist unbeschreiblich aufmerksam und sehr sehr gut – Olivers Handschrift ist spürbar. Und der Rezeptionist ist eine wunderbare Frohnatur.

Gefreut hat uns zudem, dass Andreas sehr interessiert an unser „Kritik“ war. Er ist nicht umsonst der beste Koch der Schweiz: stets am verbessern (schwierig auf diesem Niveau), stets am neu erfinden und stets auf dem Boden geblieben.

 

Patrick’s Bewertung:
Ambiente:  6/6
Service:  6/6
Essen:  5/6
Preis/Leistung: 4/6
Gesamtwertung: 21/24

Auszeichnungen:
– 19 Gault Millau Punkte
– 3 Guide Michelin Sterne

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